Die Zitadelle Petersberg in Erfurt
Erphesfurt
Quellensuche über den Namen Erphesfurt, das heutige Erfurt.
Die Frage stellt sich, da Erfurt nicht an einem Gewässer Erf liegt, sondern an der Gera.
Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Erph als Personennamen, als Gewässernamen und als Ortsnamen zu finden ist.
Der Name setzt sich aus den Teilen Erph und Furt zusammen. Der zweite Teil beschreibt in dem Wort Furt einen Flussübergang.
Zu Erph gibt es die Bedeutung als erpf in Althochdeutsch dunkelfarben, bräunlich, schwärzlich.
Dazu gibt es Beispiele für Personennamen, Erphold Link und als Sippenname Erffa Link.
Für den Gewässernamen Erff, gibt es zwei Gewässer, einer liegt westlich bei dem heutigen Georgenthal, in Wanderkarten genannt: Erfurter Grund oder Erffgründ. Der andere in Bayern, als Nebenfluss vom Main Link.
Für den Ortsnamen Erffa, der Ort ist 1685 in Friedrichswerth bei Gotha umbenannt worden Link und Erfurt als Stadt am Gerabogen genannt. Link.
Die erste schriftliche Erwähnung Erphesfurt ist in einem Brief des Bonifatius an Papst Zacharias (*679-752) Link im Jahr 742 zu lesen, um ein Bistum Erfurt zu gründen.
"in loco quod digitur erphesfurt qiu fuit iam olim urbs paganorum rusticorum;" "an einem Ort namens Erphesfurt, der einst eine Stadt heidnischer Bauern war". Übersetztung mit Hilfe von Google aus dem Latein am 05.08.2025.
Weitere Übersetzung:
"in loco qui nominatur Erphesfurt, qui fuit iam olim urbs paganorum rusticorum", "am Erfurt genannten Ort, einer schon seit langem bestehenden heidnischen Landesburg" (E. Eichler/H. Walther, Städtenamenbuch S. 91)
Die "urbs" ist zweideutig als kleinere Burg oder Stadt zu übersetzten. Eine Stadt ist hier als Ort/Siedlung zu verstehen, eine Stadt gibt es in Thüringen zu der Zeit nicht. Somit hat Bonifatius sich nicht an die Tatsachen bei der Beschreibung seiner Gründung eines Sitzes eines Bischofs Amtes gehalten.
Begründung für die Annahme, dass Bonifatius ein Erphesfurt bei dem heutigen Georgenthal meint.
In diesem Artikel geht es um eine ehemalige Kirche, die heute mit einem Denkmal dem Kandelaber aus dem Jahr 1811 gekennzeichnet ist. Durch online Links wird versucht die Geschichte nachvollziehbar zu gestalten. In dieser Geschichte spielt das Kloster Weißenburg im Elsass und Bonifatius (*675-754) als Missionsbischof für Germanien eine wichtige Rolle Link. Das Kloster Weißenburg (um 650 gegründet) wird 1060 die ersten Mönche stellen, die das Kloster St. Peter und Paul auf dem Petersberg in Erfurt einrichten (Gründungskonvent). Beide Klöster gehören zur Hirsauer Reform Link, sowie Kloster Weißenburg Link. Als erstes ist festzustellen, dass der Kandelaber nach der Meinung vieler tatsächlich den Ort bezeichnet, wo Bonifatius seine Taufkirche gegründet hat. In der Nähe befindet sich auch ein Bachlauf der Erph genannt wurde und heute Erfurter Grund oder Erffgründ heißt. Hier unternahm Bonifatius den Versuch einen Ort als Bischofssitz - Bistum für Thüringen zu etablieren.
Durch den Schriftwechsel mit dem Papst gibt es ein Dokument in dem ein Ort Erphesfurt erwähnt wird, fraglich bleibt wo Erphesfurt im Jahr 742 liegt. Im heutigen Erfurt oder im Tal bei der Clausenwiese westlich von Georgenthal?
Zusammengefasst:
- Das heutige Erfurt liegt nicht am Fluss Erf, sondern an der Gera.
- Es gibt einen Fluss Erf, bei dem heutigen Georgenthal wo Bonifatius in der Gegend gesichert tätig war.
- Bonifatius findet keine Gemeinde, die sich zu einem würdigen Bischofssitz für Thüringen voraussichtlich entwickeln wird. Die Kirche Sülzenbrücken nutzt Bonifatius zur Bischhofsweihe 742 für Willibald. Willibald ist kein Erfurter Bischof, sondern vom Ort Eichstätt in Bayern.
Es gibt zwei mögliche Erklärungen der Namensgebung:
- Als möglicher Flussübergangsname der Gera kommt ein Adeliger Eigenname in Frage, wie Erphold und Erffa.
- Lullus als Bonifatius Nachfolger errichtet am Gerabogen, einem östlich von Gotha gelegenen Ort, dem vom Papst festgelegten Namen Erphesfurt für den Sitz der Diözese im Bistum Mainz.
Es gibt Autoren die den Sachverhalt näher untersucht haben. Ich folge diesen Ausführungen.
Vom Papst Gregor II. (*690-741) Link wird im Jahr 722 in einem Brief an Bonifatius das Missionsgebiet Thüringen durch die Nennung von vier Christen mit Grundbesitz im Raum südlich von Gotha vorgegeben. Bonifatius beginnt hier seine Missionsarbeit und bleibt rund 10 Jahre in Thüringen.
Eine Person, die sich Asulf nennt, wird im Schriftwechsel mit dem Papst und Bonifatius erwähnt. Der adelige Asulf verkauft 696 seinen Besitz an das Kloster Weißenburg im Elsass und wird Grundherr im Gebiet zwischen den Flüssen Erff-Apfelstädt und Leina; heute liegen hier die Orte Altenbergen, Catterfeld und Georgenthal.
Eine Burg des Asulf Asolveroth (Rodung des Asolf) genannt, bietet dem Missionsbischof 722 auf dem Johannesberg bei Altenbergen Schutz und Land, um eine Taufkirche St. Johannes dem Täufer in der Nähe zu bauen Link, Link. Neben dieser Taufkirche, die zwei Mal im Jahr zum Taufen der Heiden genutzt wird; werden insgesamt sieben Kirchen von Bonifatius gegründet. Die Orte der Kirchen haben die Biografen von Bonifatius nicht niedergeschrieben. Ausgenommen das Kloster Ohrdruf und Sülzenbrücken ist schriftlich bestätigt.
Der Ursprung dieser Taufkirche ist seit einer Abhandlung aus dem Jahr 1855 von C. Polack - "Der thüringische Candelaber" gegenargumentiert. Link. Grabungen brachten die Erkenntnis, dass es zwei Erweiterungsbauten der Kirche gab und ältere Grundmauern vorhanden sind. Link. Der Grund zum Bau des Kandelabers war, die Stelle zu würdigen, wo Bonifatius nach der Überlieferung und Chroniken seine Taufkirche für die Mission in Thüringen errichten ließ.
Ausgehend von seinem Auftrag vom Papst kirchliche Strukturen, nach katholischen Prinzipien aufzubauen, hat er ein Bistum Erphesfurt für Thüringen ohne Sitz im Jahr 742 gegründet. Demnach war der Sitz der Bistumsverwaltung 742 bei Bonifatius selbst und der Ort Erphesfurt ist der Ort von wo er seine Mission in Thüringen gestartet hat.
Erst mit der Umwandlung des Bistums Erphesfurt in eine Diözese Erphesfurt um 755, nach dem Tod von Bonifatius, wird der Ort Sitz einer Diözese Mainz (Diözese ist ein Verwaltungsbezirk). Es entstand eine größere Siedlung Erphesfurt mit der Errichtung eines Verwaltungszentrums. Als Hinweis auf das wachsen der Gemeinde sind erste Münzprägungen in Erfurt unter dem Mainzer Erzbischof Aribos (Reg. 1021-1031).
Bonifatius starb im Jahr 754, sein Nachfolger auf dem Bischofsamt in Mainz war Lullus (*710-786). Aus meiner Sicht verlegt Lullus den Namen Erphesfurt nach dem Gerabogen im Thüringer Becken, heute Erfurt geschrieben. Der Ort Erphesfurt bei dem späteren Georgenthal hat sich demnach nicht zu einer größeren sicheren Gemeinde entwickelt. Der päpstlichen Anordnung zufolge, musste entsprochen werden und der Name Erphesfurt wird durch Bischof Lullus an den Ort am Gerabogen verlegt. Hier, östlich von Gotha ist demnach ein Platz gefunden, der durch den Mainzer Lullus und seinen Nachfolger durch Förderung für eine künftige Stadtentwicklung geeignet ist. Diese Förderung nimmt mit der Übersendung von Gebeinen des heiligen Severin im Jahr 836 zur Kirche St. Paul auf dem Domberg erste nachweisliche Gestalt an Link. Das Bistum Erfurt wird 1994 wiedergegründet Link.
Literatur:
Von der Bergstadt Alteburg zur mittelalterlichen Stadt Arnstadt. H.E. Müllerott Thüringer Chronik Verlag 2017
Fragen zur Forschung zum Thema "Erphesfurt" und Erfurt im 8. und 9. Jahrhundert. H.E. Müllerott Thüringer Chronik Verlag 2000.