Besuch der Schwedenschanze (Fort II) am 15.9.2005 durch die Mitglieder der Sparte Geschichte der “Freunde der Citadelle | |||||||||||||||||||||
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Wegebeschreibung hier | |||||||||||||||||||||
Innen Ansicht des ehemaligen Küchengebäudes im preußischen Fort Nr.II in Erfurt | |||||||||||||||||||||
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Stadt und Geschichte Zeitschrift für Erfurt, Dezember 2009 Sonderheft Nr. 10 ISSN 1618-1964
Die Schwedenschanze, das preußische Fort II
Das Gebiet, das“ Auf der Schwedenschanze“ benannt ist, liegt westlich von Erfurt auf der Höhe Flughafen. Seinen Namen erhielt das Gelände aus der schwedischen Besatzungszeit von Erfurt 1631 bis 1650. In der ersten topographischen Karte Thüringens von 1798 ist die Schwedenschanze genannt.
Der schwedische König Gustav II. Adolf (*1594-†1632) besichtigte die Verteidigungsanlagen der Stadt am 2. Oktober 1631 und gab sogleich Anweisungen für eine bessere Fortifikation. Besonderes Augenmerk widmete er der Errichtung von Außenwerken. So entstand diese Schanze. Die Schweden errichteten weitere Bauten, so eine weitere Schanze auf der Daberstedter Höhe – heute Stadtpark. Pläne über das Aussehen der Schanze sind nicht überliefert. Schanzen sind
Feldbefestigungen, die in die Verteidigungsrichtung spitz zulaufen, sie bestehen aus Erdwällen. Der bombensichere Dachaufbau mit Eisenbahnschienen und Beton ist im Jahr 1868 eine Besonderheit bei den preußischen Festungsbauten in Erfurt. Üblich ist bei Festungsbauten in Erfurt auf dem Petersberg eine schwere
Holzbalkendecke mit darüber liegender meterdicker Erdschicht. Hier wurden die modernsten Materialien ihrer Zeit verwendet. Ab 1845 wurde Beton in Deutschland verwendet. ![]() Leider sind an der Konstruktion des bombensicheren Dachaufbaus im Jahr 2009 Schäden festzustellen. Auch führt der starke Gehölzbewuchs langfristig zum Verfall. Die Existenz des Küchengebäudes ist den zuständigen Ämtern nicht bekannt. Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Thüringen prüft aufgrund dieser Recherche einen Antrag, das Küchengebäude unter Denkmalschutz zu stellen. Zur ehemaligen Schanze führt ein Wanderweg, der „Erfurter Kleingarten- Wanderweg“ von dem Cyriaksgebreite zur Schwedenschanze nach Marbach. Fußläufig ist die Schwedenschanze leicht durch denn Röderweg am Gasthaus „Helbig“ vorbei zu erreichen. Mit einem Fahrzeug kommt man über die Binderslebener Landstraße – Pfortenweg – Sonnenleite auf einer Asphaltstraße zum Höhenweg. Zurück zur Stadt kann der Röderweg benutzt werden. Am Gelände der Schwedenschanze mit Blick zum Petersberg ist durch die Stadtverwaltung ein Hinweisschild mit Erläuterungen zur Schwedenschanze angebracht. Vor dem Küchengebäude weist ein Schild auf einen Brunnen hin, der 1634, vermutlich zur Versorgung der
schwedischen Besatzung der Schanze ca. 60 m abgeteuft wurde. Der Brunnen ist noch in Betrieb und versorgt die dortigen Wohnhäuser. Das ehemalige Küchengebäude ist nicht im Stadtplan eingezeichnet und befindet sich 80 Meter nördlich vom Bauernhof der Familie Kästner, Höhenweg 125, in der Süßkirschplantage. Auch wenn keine profitable Nutzung für die Familie Kästner als Pächter der Schwedenschanze in Aussicht steht, sollte doch durch eine denkmalpflegerische Erhaltung das Kulturdenkmal bewahrt werden. Hier bietet sich ein Anreiz zum Besuch für die Freunde von Festungen und Kunden des Bauernhofes.
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